5,5 Zoll Phablet THL T9 PRO Review – Günstig und Gut? (Video)

Ein Smartphone für knapp 90 EUR mit großem 5,5 Zoll Display, Fingerabdrucksensor und LTE? Ist ein so billiges Phablet den Anforderungen des Alltags gewachsen? Welche Hardware steckt in einem solchen Gerät? Wie schlägt es sich beim Spielen, Surfen und all den Dingen, die man täglich mit einem Smartphone anstellt?

Viele schwören auf ihr teures Markengerät und würden überrascht sein, wie gering doch manchmal die sichtbaren und fühlbaren Unterschiede sind. Lasst euch einfach überraschen und schaut euch an, was das extrem billige thl t9 Pro zu bieten hat.

Optik und Haptik

Betrachtet man das Phablet aus der Nähe, sieht man natürlich sofort, dass es ein kleiner Plastikbomber ist. Das muss aber nicht zwangsläufig schlecht sein. Mein Galaxy Note 4 hat auch keine Rückseite aus Metall. Das t9 Pro ist sehr gut verarbeitet und alles passt perfekt zusammen. Durch den matten, abgesetzten Rand liegt es auch gut in der Hand und rutscht nicht. Das hochglänzende Backcover ist natürlich anfällig für Kratzer und auch Fingerabdrücke sind immer gut zu sehen. Steckt man es jedoch in den mitgelieferten Bumper, wird es nicht nur noch griffiger, sondern ist auch gut vor Kratzern und anderen Beschädigungen geschützt. Dazu trägt auch die ab Werk aufgebrachte Displayschutzfolie bei.

Sehr schön ist hier, dass sich die Abdeckung abnehmen lässt. Darunter befinden sich die Schächte für die beiden Mikro Sim Karten und eine Micro SD Speicherkarte. Auch der Akku lässt sich herausnehmen und ist somit leicht austauschbar, falls die Leistung im Laufe der Zeit zu stark nachgelassen hat.

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3.2 von 5 Sternen (79 Kundenrezensionen)

Leistung

Im Inneren werkelt ein Quad-Core-MTK6737 Prozessor, dessen 4 Kerne mit je 1.3 GHz getaktet sind. Unterstützt wird dieser durch einen Mali720 Grafikprozessor. Auf der Höhe der Zeit sind diese Werte natürlich nicht und moderne Geräte, die auch einiges mehr kosten, haben nicht selten einen Prozessor mit 8 Kernen. Bei normalen Anwendungen fällt das allerdings kaum auf. Durch Webseiten navigiert man schnell und mit den üblichen Mikrorucklern, die auch die meisten teureren Geräte haben. Selbst komplexe 3D Spiele wie Asphalt 8 können problemlos gespielt werden. Die unzähligen kleinen Puzzels und Geduldsspiele sind daher gar kein Problem.

Damit die Apps flüssig laufen, wurden statt der üblichen 1GB bei den Billigstgeräten, 2 GB RAM verbaut. Und diese Verdopplung ist spürbar. Mehrere Apps, wie es im Alltag üblich ist, laufen ohne Probleme gleichzeitig. In der Regel ist es doch so, dass hier und da Nachrichten verschickt werden, Emails gecheckt und im Internet gesucht wird. Und das erfordert keine Hochleistungs CPU.

Von den internen 16 GB Speicher sind nach Abzug der Systemressourcen nur zu knapp 12 GB nutzbar. Die sind natürlich schnell voll, wenn man eine Reihe Apps installiert, Musik speichert und Fotos schießt. Dank des Micro SD Slots können aber bis zu 128 GB zusätzlicher Speicher eingeschoben werden.

Durch eine Besonderheit in Android 6.0 kann diese SD Karte auch als interner Speicher formatiert werden. Leider blenden viele Hersteller diese Option im Menü aus, was auch beim t9 der Fall ist. Aber es gibt natürlich einen Workaround.
Der ist allerdings nur etwas für versierte Nutzer. Aber wenn ihr es euch nicht selber traut, vielleicht habt ihr einen Freund oder Kollegen, der auch dabei helfen kann.

Technische Daten

Ich möchte bei den reinen technischen Daten jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen und nur die wichtigsten anreißen.

Mit den Maßen von 152 x 77.3 x 8.5 mm liegt es im guten Mittelfeld. Als Betriebssystem kommt Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz. Mit dem 3000mAh Akku, der gewechselt werden kann, kommt es locker über den ganzen Tag. Zur Kabellosen Verbindung steht WiFi und Bluetooth 4.0 zur Verfügung. Durch das integrierte GPS kann auch problemlos eine Navigations-App wie Google Maps genutzt werden.

Anschlüsse

Zum Anschluss eines Headsets steht die immer noch übliche 3,5mm Klinkenbuchse zur Verfügung. Zum Aufladen und zur Verbindung mit dem Rechner gibt es einen klassischen Mikro USB Anschluss. Einen USB C Anschluss darf man hier sicher auch nicht erwarten.

Display

Das Display ist natürlich eines der wichtigsten Bauteile im Smartphone. Hier werden die meisten sicher besonders genau auf die Daten schauen. Mit einem 5,5 Zoll IPS Panel hat es einen stabilen Blickwinkel. Die einfache HD Auflösung von 1280 x 720 Pixel und eine Pixeldichte von nur 267 ppi sind leider weit entfernt von aktuellen Smartphones. Trotzdem ist die Darstellung brillant und sehr sauber. Schriften haben keine Treppenstufen, die mit bloßem Auge zu erkennen sind. Im Alltag ist der Unterschied kaum wahrnehmbar und rechtfertigt nicht immer den hohen Preis eines Flaggschiffs.

Allerdings gibt es doch einen echten Nachteil speziell bei diesem Display. Das ist meines Erachtens auch der einzige echte Kritikpunkt, den man bei diesem Gerät mit Rücksicht auf den Preis anbringen kann. Wer sehr schnell tippt, wird mit dem Display keine Freude haben. Dabei werden immer wieder mal Buchstaben verschluckt, weil das 2 Punkte Touch Panel die Finger nicht schnell genug registriert. Wer im normalen Tempo schreibt, wird das aber gar nicht merken.

Kamera

Die Frontkamera hat eine Auflösung von 2 Megapixel und kann damit Full HD Videos aufnehmen, bzw. beim Chatten übertragen. Die Hauptkamera löst mit 5 Megapixel auf und ist damit auch weit abgeschlagen von aktuellen Smartphones. Für mich waren die Daten der Kamera aber nie ein Grund für oder gegen ein Gerät. Für Schnappschüsse reicht es allemal und für alles andere hab ich meine DSLR Kameras.




Soo schlecht sehen die Bilder aus der Kamera aber gar nicht aus. Mit dem richtigen Abstand zum Motiv und Hintergrund kann man sogar ein kleines Bokeh zaubern. Der Fokus arbeitet dabei zuverlässig und liegt nur selten falsch. Auch die Full HD Videoaufnahmen können sich sehen lassen und reichen für die sozialen Netzwerke allemal.

Fingerabdrucksensor

Ein kleines Highlight hat das t9 Pro auch noch zu bieten, einen Fingerabdrucksensor, der wirklich gut und zuverlässig funktioniert. Neben dem Entsperren des Displays lassen sich auch Apps sichern und App Käufe autorisieren.

Fazit:
Kann man dieses Smartphone uneingeschränkt empfehlen? Jein, es kommt auf den Anwendungszweck an. Wer modernste Technik erwartet, braucht mindestens ein Mittelklasse Smartphone. Man muss sich aber immer vor Augen führen, dass viele Werte nur auf dem Papier existieren. Sie hören sich nur schlecht an, weil man es so gesagt bekommt. Lege ich mein Note 4 mit Quad HD Display neben das t9 Pro, sehe ich mit bloßem Auge keinen Unterschied. Mit einer Lupe ist die größere Pixeldichte sicher sofort erkennbar. Aber das wäre echte Pixelpeeperei. Brauche ich eine hervorragende Kamera in meinem Smartphone oder ein Metallgehäuse, um glücklich zu sein? Wenn man hier mal ehrlich zu sich selber ist, kommt man vermutlich zu einem ganz anderen, viel günstigeren Ergebnis. Auch als Zweithandy würde es eine gute Figur machen. Wenn man zum Beispiel zum Sport geht und zu viel Angst um sein teures Smartphone hat.

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