Das richtige Zubehör für Bilder in dunklen Umgebungen mit Smartphone und Digitalkamera

Dämmriges Licht lädt buchstäblich dazu ein, richtig stimmungsvolle Fotos zu kreieren. Bei Sonnenuntergang in der Ruine am Waldesrand oder während eines spannenden Abends am Pokertisch können ohne Frage wirklich schöne Bilder entstehen – insofern der Fotograf mit dem schummrigen Licht umzugehen weiß. Neben dem passenden Zubehör benötigt der Fotokünstler auch einiges Know-how.

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Für lange Belichtungszeiten: manuelle ISO-Einstellung – oder Stativ?

Für Außenaufnahmen im Dämmerlicht und Innenraumfotos mit dezenter Beleuchtung eignet sich am besten eine Kamera mit manueller ISO-Einstellung: Mit dieser Funktion erhält der Nutzer die Möglichkeit, die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors für jedes einzelne Foto eigenhändig zu regulieren. Ein niedriger ISO-Wert bringt eine niedrige Lichtempfindlichkeit mit sich, die Standard-Einstellung ab Werk liegt bei 100. Ein hoch eingestellter ISO-Wert bewirkt, dass die Belichtungszeit im Dunkeln deutlich niedriger ausfällt, so lässt sich ein Dämmerlichtfoto ohne Verwacklungen »aus der Hand« knipsen – ganz ohne Stativ. Viele professionelle Spiegelreflexkameras liefern sogar bei hohen ISO-Zahlen Fotos ohne Bildrauschen, andere Kameras hingegen könnten entsprechende Störungen produzieren. Um ohne teures Profi-Gerät ein unbewegtes Motiv im Dämmerlicht einzufangen, lohnt sich der Einsatz eines Stativs in Verbindung mit einem mittleren ISO-Wert und hoher Belichtungszeit. Bewegte Motive lassen sich jedoch auf diese Weise nur schwer einfangen.

Bei den kleinen Sensoren der Smartphonekameras reicht meist schon eine leichte Anhebung des ISO Wertes, um deutlich sichtbares Rauschen zu erhalten. Dennoch kann das Smartphone in Verbindung mit der richtigen App als nützliche Peripherie dienen. Für Canon und Sony lassen sich im Play Store Apps laden, mit denen die Kamera ferngesteuert werden kann. In diesem Fall landen die Fotos auch direkt auf dem Smartphone und können unmittelbar und ohne Rechner in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Für meine Sony nutze ich die App RCCDroid in der kostenpflichtigen Pro Version. Es gibt aber auch eine kostenlose Variante. Für Canon EOS Kameras empfiehlt sich der leider nicht ganz so günstige DSLR Controller.

Porträtfotografie mit dunklem Hintergrund: Auf den Blitz kommt es an!

Wer seinen Blitz richtig zu nutzen weiß, erzeugt trotz geringem Umgebungslicht und relativ langer Belichtungszeit gestochen scharfe Porträts: Zuerst schaltet der Fotograf den Blitz ein und startet mit halb gedrücktem Auslöser Belichtungsmessung. Dabei zeigt die Linse auf den dunklen Hintergrund! Erst zum eigentlichen Auslösen schwenkt die Kamera auf die zu porträtierende Person. Zur Vermeidung harter Schatten im Gesichtsbereich ist ein Aufsteckblitz zu empfehlen, der sich flexibel einstellen lässt. Ist dieser beim Fotografieren schräg nach oben gerichtet, entsteht ein weiches, freundliches Licht mit natürlichen Hauttönen. Mit dem Smartphone ist das natürlich nicht ganz so einfach. Die integrierte LED liefert nicht annähernd so viel Licht wie ein Blitz. Hier muss also für zusätzliches Umgebungslicht in Form von Lampen gesorgt werden.

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Source: PokerStars Blog

Schlagschatten vermeiden: Größere Motive mit zwei Blitzen ausleuchten

Bei größeren Motiven, wie zum Beispiel einem ganzen Roulette-Tisch mit umstehenden Personen im dämmrigen Casinosaal, lohnt sich der Einsatz von zwei Blitzen. Die Slave-Funktion macht es möglich: Diese Einstellungsmöglichkeit löst den Zweitblitz gemeinsam mit dem Hauptblitz aus, ein Zubehörschuhadapter sichert die externe Lichtquelle auf dem Stativ. Der Fotograf erzeugt auf diese Weise sehr viel weichere Schatten und eine gleichmäßigere Ausleuchtung. Allerdings bedarf ein solches Szenario natürlich einiger Vorbereitung, um das Motiv zu arrangieren und die Blitze in den richtigen Positionen anzuordnen.

Im Freien für eine gleichmäßige, dezente Ausleuchtung sorgen

Ein romantisches Ambiente im Abendlicht, vielleicht an einem historischen Gebäude oder in einer Burgruine, bedarf für ein gelungenes Foto ebenfalls einer gekonnten Ausleuchtung. Ein großflächiger Reflektor hilft dabei, das Blitzlicht einzufangen und in gedimmter Version auf das Motiv zu strahlen. Goldene Reflektoren sorgen für einen warmen Schimmer, silberne Oberflächen erzeugen einen eher kühlen Lichtglanz. Eine zweite Person, die den Reflektor in der passenden Position hält, kann hierbei sehr hilfreich sein, so entsteht ein ganz gezielter seitlicher Lichteinfall mit wunderbar natürlicher Wirkung. Faltbare Reflektoren passen sogar in die Fototasche, sie kosten nur wenige Euros. Diese lassen sich auch problemlos mit dem Smartphone nutzen. Zudem können Aufsteckobjektive für schöne Effekte in der Smartphonefotografie sorgen.

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Die Vorteile eines Aufsteckblitzes zu nutzen wissen!

Aufsteckblitze haben deutlich die Nase vorn, wenn es darum geht, gestochen scharfe und gut ausgeleuchtete Fotos zu erzeugen. Sie sind einer der größten Vorteile im direkten Vergleich mit der Smartphonekamera. Sie besitzen in der Regel eine größere Leistungsstärke als kamerainterne Blitze oder die Blitz-LED des Smartphones und lassen sich je nach Bedarf neigen oder schwenken. Mit ihnen wird das oben beschriebene indirekte Blitzen zur Vermeidung von Schlagschatten und Überbelichtungen überhaupt erst möglich. Ein eingebauter Reflektor ermöglicht es dem Nutzer, den Lichtkegel nach Wahl zu bündeln oder zu streuen. Besitzt der Blitz noch dazu ein modernes TTL-System, ist das Gerät selbständig in der Lage, die an der Kamera eingestellte Brennweite zu übernehmen und den Reflektor automatisch einzustellen. Diese Funktion ermöglicht auch bei schlechten Lichtbedingungen exakt ausgeleuchtete Schnappschüsse.

Eines wird hiermit klar: Wirklich stimmungsvolle Fotos bei Dämmerlicht können durchaus Zufallsprodukte sein, doch in den meisten Fällen entstanden sie durch ein gezieltes Zusammenspiel von fotografischem Know-how und ausgefeilter Technik. Wer sich das entsprechende Wissen, beispielsweise über die zur Verfügung stehenden Blitzfunktionen, aneignet und auf ausgefeiltes Zubehör setzt, wird schnell merken, dass die Chancen auf gute Bilder sich rasant mehren!

Kommentar ( 1 )

  • „Ein niedriger ISO-Wert bringt eine niedrige Lichtempfindlichkeit mit sich, die Standard-Einstellung ab Werk liegt bei 100.“

    Quark. Ist bei manchen Kameras so, bei vielen aber auch nicht. Zu beachten ist auch, dass man zwar oft ISO 100 einstellen kann, das aber nicht die Basisempfindlichkeit des Sensor ist und man sich damit Nachteile einhandelt.

    „Um ohne teures Profi-Gerät ein unbewegtes Motiv im Dämmerlicht einzufangen, lohnt sich der Einsatz eines Stativs in Verbindung mit einem mittleren ISO-Wert und hoher Belichtungszeit.“

    Wenn das Motiv unbewegt ist, warum nicht den niedrigsten ISO-Wert nehmen?

    „Für Canon und Sony lassen sich im Play Store Apps laden, mit denen die Kamera ferngesteuert werden kann.“

    Auch Fuji bietet das an. Kostenlos.

    “ Ist dieser beim Fotografieren schräg nach oben gerichtet, entsteht ein weiches, freundliches Licht mit natürlichen Hauttönen.“

    Hier fehlt die Information, dass man dabei den Blitz auf etwas richten muss, von dem das Licht reflektiert wird (Wand, Decke, …). Wenn man das so im Freien macht, verpufft die Wirkung des Blitzes.

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