App Entwicklung für Gaming mit cross-platform Entwicklungsumgebungen

Nach unzähligen mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossenen Spielen reift bei vielen der Entschluss, auch selber mal ein Spiel zu programmieren. Wer sich hierbei nicht mit unterschiedlichen Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen herumschlagen möchte, sollte sich die wichtigsten cross-platform Entwicklungsumgebungen anschauen.

layer-spiele

Sowohl für Android als auch iOS stehen native Entwicklungsumgebungen zur Verfügung. Für iPhone und Co kann das kostenlose Xcode auf einem Mac genutzt werden und für Android bietet Google das Android Studio. Wer sich mit Xcode beschäftigt, muss unter anderem Objective-C oder Swift beherrschen. Soll ein Spiel auch auf einem Android Phone oder Tablet laufen, dann ist auch Java erforderlich. Viele kleine und auch große Entwickler gehen daher den Weg über einen Cross-Compiler, der einen Quellcode einer einzelnen Programmiersprache für unterschiedliche Plattformen kompiliert. Zwei beliebte Entwicklungsumgebungen stellt dieser Artikel vor.

Die Appcelerator Plattform

Apps und Spiele werden hier mit Javascript programmiert. Diese Sprache dürfte vielen Webdesignern bekannt sein und daher nur eine geringe Hürde für den Einstieg bieten. Das Basispaket wird in erster Linie für Apps und weniger für Spiele eingesetzt. Durch das QuickTiGame2d Modul lassen sich jedoch auch 2D Spiele erstellen. Wer in Javascript mehr Richtung 3D gehen möchte, sollte sich das kostenpflichtige platino.io ansehen.

Derzeit können aus dem einmal erstellten Quellcode Apps für Android, iOS, Windows Phone, Blackberry und Webapps erstellen. Letztere sind für diverse Spiele wichtig, die ansonsten keine Chance haben in den Stores aufgenommen zu werden. Das sind beispielsweise Glücksspiele oder Casinospiele, bei denen es um reales Geld geht.

Vor 2 Jahren ließ sich die gesamte Entwicklungsumgebung noch kostenlos nutzen. Wer zum dem Zeitpunkt bereits registriert war, kann sie auch heute noch unentgeltlich nutzen. Alle anderen müssen je nach Bedarf ab 39$ monatlich aufwärts zahlen.

Marmalade Entwicklungsumgebung

Hier lassen sich neben komplexen 2D Spielen auch 3D Games programmieren. Als Sprachen kommen hier C++ oder LUA Script zum Einsatz. Während C++ nicht über Nacht erlernbar ist, ist LUA recht einfach aufgebaut. Im Gegensatz zum Javascript dürfte es jedoch nur wenigen bekannt sein. Somit haben auch Webentwickler hier keinen Heimvorteil.

Ein Blick in den Marmalade Showroom zeigt schnell, das sich viele große Entwickler in dieser Entwicklungsumgebung tummeln und große, bekannte Spiele wie Plants vs Zombies hier ihren Ursprung haben. Aus finanzieller Sicht liegt der Platz für einen Indie Entwickler in etwas auf Augenhöhe mit Appcelerator. Allerdings muss direkt ein größerer Betrag in die Hand genommen werden. Jährlich werden $499 fällig. Es kann aber auch mit einem kostenlosen Account gestartet werden.

Fazit:
Wer nicht zum großen Spieleentwickler avancieren und seinen Kunden eine Mischung aus kleinen Spielen und normalen Apps anbieten möchte, ist mit Appcelerator und einigen zusätzlichen Modulen vermutlich besser bedient. Schon einfache Apps sind unter Marmalade eine große Herausforderung, während Appcelerator alle Bedienelemente der Plattformen bietet. Für iOS wird von Appcelerator der komplette Quellcode in Objectiv-C erstellt. Bei Android sieht es etwas anders aus. Hier wird nicht in Java konvertiert. Der Code wird als Javascript ausgeführt. Das hat insofern Nachteile, das bestimmte Bereiche des Android Systems Tabu sind. So lassen sich zum Beispiel keine Homescreen Widgets erstellen. Für die Entwicklung eines Spiels dürfte das aber eher unwichtig sein.

Foto: © Ig0rZh, fotolia.de

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