Mobile Apps einmal anders – Skurrilität trifft auf Vision

WhatsApp, Twitter und Facebook sind allgegenwärtig, Snapchat hat hingegen die Konkurrenz das Verschwinden gelehrt. Was es heißt, ausgetretene Pfade zu verlassen, haben vor Evan Spiegel kreative Köpfe zur Genüge gezeigt. Nicht von ungefähr bietet sich in der App-Entwicklung wie kaum sonst wo der Vergleich mit dem Sport an. Devise: höher, schneller, weiter. Neben der Übertreibung hat die Bodenständigkeit allerdings nach wie vor ein Wörtchen mitzureden.

Big Player mit Siebenmeilenstiefeln in die Zukunft

2 Millionen Android-Entwickler für Google in Indien.
Wenn sich eine Tür schließt, tut sich eine andere auf. Nachdem in China vergleichsweise wenig zu holen ist und im Westen der Markt relativ gesättigt ist, steht Indien im Fokus des Interesses von Google. Unter Garantie hat auch Unternehmenschef Sundar Pichai als gebürtiger Inder sein Teil dazu beigetragen, dass Google innerhalb der nächsten 10 Jahre mehr als 1 Milliarde Inder ins globale Netz eingliedern will. Zur Stunde sind lediglich etwa 350 Millionen Menschen des Landes online. Um die ernsten Absichten eines verstärkten Internetzugangs zu unterstreichen, bildet Google gerade 2 Millionen Inder in der App-Entwicklung aus.

iOS App Development Center für Apple in Italien
In puncto Ehrgeiz steht Apple Google in nichts nach. Auch Apple weiß den Wert von fähigen Mitarbeitern zu schätzen und hat unlängst angekündigt, in Neapel Europas erstes iOS App Development Center zu errichten. Studierende erhalten dort die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der App-Entwicklung zu sammeln. Von den 1,4 Millionen Jobs, die das Unternehmen in Europa bereits geschaffen hat, sind 1,2 Millionen der App-Entwicklung zu verdanken.

Abgefahrene Android-Apps zwischen Sinn und Unsinn

Für nahezu alle Anliegen sind passende Android-Apps zu finden. Wozu diese taugen, machen einschlägige Reviews deutlich. Wer nach wirklich verrückten Kreationen sucht, muss regelrecht ebenso viel Fantasie haben wie die Entwickler.

Bristol-Stuhlformen-Skala als Basis für PoopLog
Die Bristol-Stuhlformen-Skala ist dem User spätestens dann ein Begriff, wenn er sich für die App PoopLog interessiert. Ins Unreine gesprochen handelt es sich bei besagter Skala um ein klinisches Bewertungssystem zur Einordnung der Form und Konsistenz des menschlichen Stuhls. Geschuldet ist sie zwei Wissenschaftlern der Universität Bristol in England, die sich 1997 mit dem großen Geschäft beschäftigt haben. Die Stuhlform liefert Anhaltspunkte für die Dauer der Nahrungsverdauung, welche wiederum Rückschlüsse auf eventuelle Krankheiten zulässt.

Behilflich ist nun die App PoopLog dabei insofern, als sie die Protokollierung der Ereignisse am stillen Örtchen übernimmt. Die fotografische Dokumentation der Exkremente ist ebenso möglich wie das Teilen der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die sozialen Netzwerke.

Illusion einer Küchenwaage bei Kitchen Scale
Ehe an die Verdauung zu denken ist, müssen nicht wenige Speisen erst sorgsam zubereitet werden. Und da kommt Kitchen Scale ins Spiel.

Die Gratis-App erfreut sich ungemein großer Beliebtheit, wurde millionenfach heruntergeladen und dies ungeachtet der Tatsache, dass sie nicht wirklich als Küchenwaage bezeichnet werden kann. Ja, genau genommen liefert die App lediglich Richtwerte für die Mengen von Zutaten wie Salz oder Zucker. Dabei genügt es, der App die gewünschte Menge mitzuteilen. Im Nu wird im Display ein Kreis einer bestimmten Größe angezeigt, der mit dem Salz oder dem Zucker aufzufüllen ist. Angesichts des Saustalls, den Kitchen Scale regelmäßig auf dem Display hinterlässt, ist von der App empfindlichen Mimosen mit einem ausgeprägten Sauberkeitsfimmel wohl eher abzuraten.

Exzentrische iPhone-Apps zwischen Nützlichkeit und Lächerlichkeit

Bestens aufgehoben sind Ordnungsfanatiker unstreitig bei Apple. Gemessen an konventionellen iPhone-Apps sind die Exzentriker sicherlich auch einigermaßen gewöhnungsbedürftig, doch einer Reinigung des Displays bedarf es nicht. Zumindest dann, wenn im Ordnungsfanatiker der Musik- oder Tierliebhaber steckt.

Heiteres Musizieren mit Vocolo
Es hört sich komplizierter an, als es ist. Zugegeben, „Vocolo: Spielen Sie ein Musikinstrument mit Ihrer Stimme!“, wie die App im vollen Wortlaut heißt, ist ein überaus sperriger Titel, dafür liefert er gleich die Erklärung mit. Einfach hergehen und ins Mikrofon des iPhones trällern: Fertig ist die Laube. Das Gehörte verwandelt die App in die berückenden Töne einer Panflöte. Wer mehr auf Posaune, Tuba, Baritonsaxofon, Altsaxofon oder Vibrafon steht, darf gern darauf zurückgreifen. Jedenfalls ist Vocolo dazu angetan, mit der menschlichen Stimme ein Musikinstrument zu beleben. Die App ist damit eine willkommene Bereicherung sprachgesteuerter Livemusik. Der Stimmendetektor der App tut dabei gute Dienste. Mit iOS 6.0 oder einer neueren Version sind Interessierte mit von der Partie.

Der Mieze auf den Fersen mit Mensch-Katze-Übersetzer
Auch fürs Aufspüren der Hauskatze braucht es iOS 6.0 oder eine neuere Version und namentlich die entsprechende App. Mensch-Katze-Übersetzer heißt sie und einschlägigen Erfahrungsberichten zufolge funktioniert sie tadellos. Das Miauen hat die App derart gut drauf, dass die Katzen regelrecht Schlange stehen. Jedenfalls kommen sie brav angetanzt und müssen nicht in jedem Winkel des Hauses gesucht werden.

In der Grundversion kostet die App nichts, für die Vollversion muss ein kleiner Obolus entrichtet werden. Insgesamt wartet die App mit 16 verschiedenen Katzenrufen als Übersetzung der menschlichen Stimme auf, wovon 8 in der Gratisversion enthalten sind.

Mit Maß und Ziel in die Zukunft

Kleine Apps mit großer Wirkung: Android
Wie überall gibt es auch unter den Apps sone und solche. Auf die Größe kommt es jedenfalls nicht an, um zu den besten Android-Apps zu zählen. So spielt die App Boo! mit der Frontkamera. Ein spezieller Algorithmus zur Gesichtserkennung erlaubt es den smiley-artigen Wesen auf dem Display, zu wissen, wann sie der Nutzer im Visier hat. Die Folge: Sie verschwinden augenblicklich von der Bildfläche. eRay ist ein anderes Beispiel für ein kleines Programm, das durch seine Leistungsfähigkeit besticht. eRay schafft nicht nur Ordnung im Cache, sondern auch Platz auf der Festplatte des Telefons. Selbst SD-Karten bleiben bei eRay nicht außen vor. Sie verwaltet die App ebenso gern wie sie die CPU und Speicherleistung überwacht.

Nachfrage für Angebot von Belang: iOS
Wenn Online Casinos wie Betway ihr Live Casino als App anbieten, schlagen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Blackjack, Roulette oder Baccarat live am Tisch mit echten Dealern zu erleben, erweckt beim Spieler einesteils das Gefühl, gerade in einem realen Casino Platz zu nehmen. Andernteils räumt ihm die App aber uneingeschränkte Flexibilität ein. Nicht länger ist der Spieler an den Ort des Desktops gebunden, sondern kann spielen, wann immer ihm der Sinn danach steht.

Ähnlich kundenorientiert ist Bravo – Tip or Pay. In den USA zählt die App neben Tippo zu den beliebtesten Möglichkeiten, unterwegs bargeldlos zu zahlen. Genau genommen erlaubt die App die bargeldlose Einhändigung von Trinkgeldern. Hierzu stöbert die Peer-to-Peer-App via GPS oder NFC beispielsweise einen Kellner mit Bravo-Account auf und überweist ihm das Trinkgeld samt Bewertung.

Dass sich Bravo speziell in den USA großer Beliebtheit erfreut, ist nicht weiter verwunderlich. Immerhin sind es 94 Prozent der Amis gewohnt, das Dinner bargeldlos zu bezahlen, während 70 Prozent beim Happen für zwischendurch die Karte als Zahlungsmittel bevorzugen. Das Beispiel von Bravo macht allerdings Schule. Das Pendant in Russland heißt Plazius und ist auf dem besten Weg, ähnliche Triumphe wie Bravo zu feiern.

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