So bringt ihr Ordnung in euer Android-App-Chaos

“App-Blindheit” – so nennt man es, wenn man ein wichtiges Programm vor lauter Software nicht mehr sieht. Wenn das Display nur so vor Icons strotzt, der Speicher überquillt und das Smartphone immer langsamer wird, ist dringend Aufräumen angesagt – und das geht am besten immer noch manuell.

Smartphone-Apps bringen bei korrekter Verwendung viel mehr Ordnung ins Leben. So kann man zum Beispiel Paketsendungen verfolgen, mit Volders seine Verträge organisieren oder mit Keepass2Android sämtliche Passwörter verwalten. Installiert man jedoch immer mehr von diesen praktischen Helfern, hat man bald das nächste Durcheinander – nämlich auf dem Smartphone selbst. Dann findet man praktische Programme nicht mehr; unbenutzte Apps verbrauchen Speicherplatz und machen das Handy immer langsamer. Mit einigen wenigen Handgriffen bringt ihr schnell wieder Ordnung ins Chaos.

Am besten selbst Hand anlegen

Zunächst solltet ihr eure am häufigsten verwendeten Apps immer auf dem Android-Homescreen ablegen, um schnell Zugriff darauf zu haben. Die weniger wichtigen Apps solltet ihr nach euch sinnvoll erscheinenden Themen sortieren (zum Beispiel Spiele, Messenger, Schule, Uni, Arbeit) und dafür einzelne Unter-Screens festlegen. Auf diesen Unterseiten könnt ihr dann nochmal Ordner erstellen, um den Ordnungsfanatiker in euch zufriedenzustellen. Das geht, indem ihr eine App über eine andere zieht. Mit dem “+”-Symbol könnt ihr weitere Apps hinzufügen. Tippt ihr auf den Ordnernamen, lässt sich dieser auch ändern.

Solltet ihr eine App trotz eures neuen Ordnungssystems partout nicht finden, hilft die globale Google-Suche. Diese durchstöbert nämlich nicht nur das Internet, sondern macht auf Anfrage auch Apps auf eurem Gerät ausfindig. Darüber hinaus ist es mehr als sinnvoll, nicht genutzte Apps großzügig vom Handy zu entfernen. Fragt euch dafür zum Beispiel: Macht mir Temple Run überhaupt noch Spaß oder kann das weg? Am einfachsten geht das Löschen nicht gewünschter Apps über den Anwendungsmanager in den Einstellungen eures Geräts. Aber Achtung: Wenn ihr einfach auf “Deinstallieren” tippt, bleiben meist Datenreste wie gespeicherte Passwörter, Suchverläufe und APK-Pakete (die Android-Packages, in denen eure Apps beim Download ursprünglich verpackt waren) übrig, an die man ohne Rooting des Smartphones nur noch schwer herankommt. Geht stattdessen wie folgt vor: Stopp erzwingen > Cache leeren (wenn vorhanden) > Daten löschen > Deinstallieren. So geht ihr sicher, dass tatsächlich alles restlos verschwunden ist.

Finger weg von Reinigungs-Apps!

Programme zum Bereinigen des Smartphone-Speichers, von denen es im Play Store Dutzende gibt, erscheinen auf den ersten Blick äußerst praktisch. Aber können noch mehr Apps wirklich eine Lösung für das Ordnungsproblem sein? Recherchiert man genauer, lautet die Antwort ganz klar: Nein! Denn solche Tools sind nicht nur absolut sinnlos – schließlich geht das vollständige Löschen auch ganz ohne App -, sondern einige von ihnen stellen sogar eine potenzielle Gefahrenquelle für euer Smartphone dar.

Ein Beispiel: Clean Master. Die vom chinesischen Entwickler Cheetah Mobile vertriebene “Boost-&-AppLock”-Applikation wird von der einschlägigen Fachplattform Chip.de als “sehr gut” angepriesen und ist wohl auch deshalb so weit verbreitet. Sie verspricht, gleich mehrere Programme auf einmal zu entfernen, und bietet zudem weitere vielversprechende Zusatzfunktionen wie einen integrierten Virenscanner. Die ernüchternde Wahrheit ist aber: Clean Master ist überhaupt nicht “clean”, sondern absolut vertrauensunwürdig. So haben die Redakteure von mobilsicher.de bei einem gründlichen Test herausgefunden, dass die App im Hintergrund Verbindungen zu Pornoseiten aufbaut, um deren Datenverkehr zu steigern. Clean Master gehört damit definitiv zu den Smartphone-Apps, die man getrost deinstallieren kann – und auch sollte!

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar