Lohnen sich Prepaid-Tarife künftig noch?

Wenn etwas vielfältig und undurchschaubar ist, dann die Welt der Handytarife. Selbst im Zeitalter der Flatrates gibt es immer noch große Unterschiede. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, ob es Prepaid oder Postpaid, Vertrag oder monatlich kündbar sein soll. Wir haben uns das Pro und Contra der Tarifarten angesehen.

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Was sich hinter Vertrag und monatlich kündbar verbirgt, dürfte jedem klar sein. Verträge gehen in aller Regel über 24 Monate und müssen einige Monate vor Ablauf gekündigt werden. Wer sich für einen monatlich kündbaren Tarif entscheidet, bleibt flexibel und kann sich den schnellen Schwankungen am Markt deutlich besser anpassen. Aber auch hier muss man noch unterscheiden. Es gibt zum einen die klassischen Prepaid Tarife, bei denen man im voraus Geld auf seine SIM Karte bucht und dieses Guthaben dann in einem gewissen Zeitraum verbrauchen kann. Je nach Anbieter kann dieser Zeitraum von einigen Monaten bis zu Jahren schwanken. Die Einzahlung kann per Überweisung oder Lastschrift erfolgen. Viele Anbieter bieten auch die Möglichkeit, Guthabenkarten mit Bargeld im Supermarkt zu kaufen. Im Grunde braucht man einen solchen Tarif gar nicht kündigen. Man zahlt einfach kein Geld mehr ein und der Anbieter deaktiviert die Simkarte irgendwann von ganz alleine.

Bei Postpay sieht es etwas anders aus. Hier geht man einen Vertrag ohne lange Laufzeit ein und zahlt monatlich seine Rechnung, wie man es auch von Laufzeitverträgen gewohnt ist. Im Gegensatz zum Prepaid kann hier soviel telefoniert, gesimst und gesurft werden, wie man möchte. Die Rechnung kommt am Monatsende. Wer gerade auf der Suche nach einem neuen Tarif ist, sollte sich an verschiedenen Stellen aktuelle News zu Tarifen und Sim Karten durchlesen. Denn, was heute neu ist, kann morgen schon wieder veraltet sein.

Welche Vorteile bieten Prepaid-Tarife?

Es kann nicht mehr Geld verbraucht werden, als zuvor als Guthaben auf die Karte geladen wurde. Dies ist der größte, aber vielleicht auch einzige Vorteil, den Prepaid heute noch bietet. Wer nur sehr selten telefoniert oder seinen Kindern einen Tarif spendieren möchte, fährt daher mit dieser Variante am besten. Gerade bei Kindern hat man so die volle Kontrolle über den Verbrauch. Immer wieder liest man von horrenden Rechnungen trotz Flatrate. In dieser sind nämlich keine Sonderrufnummern oder Auslandsgespräche enthalten.

Ein weiterer Vorteil kann der schnelle Wechsel zwischen den Anbietern sein. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann man sofort zu einem anderen Anbieter gehen und muss nicht das Monatsende abwarten. Will man seine Rufnummer behalten, ist das jedoch kein kostengünstiges Verfahren. Die Portierung kostet Geld und kann den finanziellen Vorteil beim neuen Anbieter schnell zunichte machen, wenn man häufiger wechseln möchte.

Nicht vergessen sollte man auch jene Menschen, die zum Beispiel aufgrund eines Schufa Eintrages keinen Vertrag abschließen können. Aber auch wenn das Geld notorisch knapp ist, kann man hier nur dann Geld aufladen, wenn es auch verfügbar ist. Diesen Menschen bleibt ausschließlich der Griff zur Prepaidvariante.

Welche Nachteile haben Prepaid-Tarife?

Das zuvor aufgeladene Guthaben bestimmt die Nutzungsdauer der SIM. Ist man unterwegs und hat keine automatische Aufladung, bricht die Verbindung mitten im Gespräch ab, sobald das Guthaben aufgebraucht wurde. Kann oder will man nur per Überweisung aufladen, dann muss man eine Weile auf das nächste Telefonat warten. Ohne Internet kann man auch mal aus einem laufenden Spiel fliegen und seinen Einsatz verlieren.

Auch Einschränkungen von Funktionen und Features können ein Nachteil sein. Braucht man beispielsweise eine MultiSim, dürfte es schwer fallen, einen Anbieter zu finden. Dienste und Tarifoptionen können deutlich teurer oder erst gar nicht verfügbar sein.

Welche Vorteile bieten Postpaid-Tarife?

Es muss kein Guthaben aufgeladen werden und das Geld auf der Karte kann hier nicht ausgehen. Befindet man sich nicht gerade in einem Funkloch, sollte der Telefonie oder der Nutzung des Internets nichts im Wege stehen.

Viele Anbieter subventionieren Smartphones, auch wenn es hier deutlich weniger gibt als bei einem Laufzeitvertrag. Zumindest kann man etwas Geld sparen, wenn man sich ein neues Gerät zulegen möchte.

Die Tarifoptionen sind oft vielfältiger als bei Prepaid und auch MultiSim-Karten kann man hier bekommen. Die Datenpakete fallen häufig größer aus. Man hat hier nahezu alle Vorteile eines Laufzeitvertrages, ohne an eine lange Laufzeit gebunden zu sein.

Welche Nachteile haben Postpaid-Tarife?

Man hat hier nahezu die gleichen Nachteile wie bei Laufzeitverträgen. Eine Kostenkontrolle gibt es nur sehr begrenzt und ruft man Sonderrufnummern an, kann die nächste Rechnung sehr hoch ausfallen. Kann man diese nicht bezahlen, droht zusätzlich noch ein Eintrag bei der Schufa, der viele andere Nachteile nach sich ziehen kann.

Betrachtet man Postpaid aus der Sicht von Laufzeitverträgen, dann ist auch die lange Bindung als Nachteil zu sehen.

Fazit:
Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Alles hat seine Vor- und auch Nachteile. Manchmal kann ein Punkt sogar beides sein. Schaut man sich auf dem heutigen Markt um, dann sind die Unterschiede zwischen Prepaid und Postpaid nur noch sehr gering. Wer nicht aus finanziellen Gründen zu Prepaid greift, wird sicherlich mit Postpaid und einer Laufzeit von nur einem Monat glücklich werden. Wer allerdings das neuste Smartphone möchte, kann durchaus nachrechnen, ob ein Laufzeitvertrag nicht günstiger wäre, als eine günstige Postpaid-Variante und der Barkauf des Geräts.

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